Kurz beantwortet
Werbung in ChatGPT können Firmen mit Sitz in Deutschland laut OpenAI inzwischen selbst über den Ads Manager buchen. Die Anzeigen sind gekennzeichnet und beeinflussen laut OpenAI die Antworten von ChatGPT nicht. Ab dem 29.10.2026 schaltet OpenAI „Creative enhancements“ automatisch ein: Überschriften und Beschreibungen werden umgeschrieben, Texte übersetzt und Ziel-URLs angepasst, ohne dass Sie jede Version vorab sehen. Wer das nicht will, schaltet es vorher im Ads Manager ab. Ob sich der Kanal lohnt, zeigt nach unserer Einschätzung nur ein kleiner, sauber gemessener Test.
Was ist Werbung in ChatGPT?
Werbung in ChatGPT sind bezahlte Anzeigen, die im Gespräch mit ChatGPT erscheinen und als Anzeige gekennzeichnet sind. Laut OpenAI gilt: „Ads do not influence ChatGPT’s answers“, die Anzeigen beeinflussen also nicht, was ChatGPT antwortet (OpenAI-Hilfe: Creative enhancements). Damit ist bezahlte Werbung etwas anderes als eine Nennung in der Antwort selbst. Dafür zählen Ihre Inhalte und Quellen im Netz. Wie Sie in ChatGPT-Antworten vorkommen, lesen Sie in unserem Beitrag dazu.
Wie ein neuer Kanal in Ihre übrige Werbung passt, ist eine Frage der Gesamtplanung. Mehr dazu lesen Sie bei Online-Marketing und Werbeanzeigen.
Können Unternehmen in Deutschland Werbung in ChatGPT selbst schalten?
Self-Service über den Ads Manager
Laut OpenAI ist der Ads Manager für Deutschland verfügbar (OpenAI-Hilfe: Ads Manager Availability). Maßgeblich ist, wo die werbende und abgerechnete juristische Einheit ihren Sitz hat. Laut OpenAI-Hilfe ist der Self-Service-Zugang für Deutschland verfügbar (Stand 21.10.2026). Eine Firma mit Sitz in Deutschland kann Anzeigen also selbst anlegen.
Alternativ über OpenAI-Team oder Partner
Für die neuen europäischen Märkte nennt OpenAI außerdem den Einstieg über sein Ads Solutions Team, über Agenturpartner und über Technologiepartner (OpenAI-Hilfe: Ads Manager Availability). Wer Kampagnen nicht selbst anlegen will, hat also weitere Wege.
Wer sieht die Anzeigen?
Laut OpenAI können Anzeigen bei Nutzern der Tarife Free und Go erscheinen. Konten mit Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sehen keine Anzeigen, und Konten, die als Konten von Personen unter 18 Jahren erkannt werden, ebenfalls nicht (OpenAI-Hilfe: Ads in ChatGPT). Den Test von Anzeigen hat OpenAI am 09.02.2026 in den USA begonnen und weitet ihn seitdem schrittweise auf weitere Regionen aus. Anzeigen erscheinen laut OpenAI unter einer Antwort. Ob Anzeigen auch bei der Bilderstellung oder für nicht angemeldete Nutzer erscheinen, beschreiben die OpenAI-Hilfeseiten unterschiedlich; die Angaben können abweichen. Nach unserer Einschätzung heißt das für B2B-Angebote: Wer ChatGPT über einen Business- oder Enterprise-Tarif nutzt, sieht in diesem Konto keine Anzeigen. Entscheider, die ChatGPT nur so nutzen, erreichen Sie dort also nicht mit Anzeigen.
Was passiert ab 29.10. automatisch mit Ihren Anzeigen?
OpenAI schreibt: „Starting Thursday, October 29, 2026, creative enhancements will be enabled automatically for new and existing campaigns.“ Ab dem 29.10.2026 sind die Creative enhancements also für neue und bestehende Kampagnen eingeschaltet, sofern Sie nichts ändern.
Was „Creative enhancements“ ändern
Laut OpenAI können die Creative enhancements Überschriften und Beschreibungen umschreiben, Texte übersetzen, Bildgrößen anpassen und die Ziel-URL ändern. Varianten können auch in Echtzeit entstehen. Eine Vorschau jeder Variante gibt es laut OpenAI nicht. Für Sie heißt das: Was Ihre Anzeige konkret sagt, legen Sie nicht mehr in jedem Fall selbst fest. Das kann nach unserer Einschätzung helfen, wenn die Varianten besser zur jeweiligen Frage passen. Es kann aber auch Formulierungen erzeugen, die Sie so nicht gewählt hätten, etwa zu Leistungen oder Bedingungen.
Google kennt mit der Textanpassung in Suchkampagnen etwas Ähnliches.
So schalten Sie es ab
Laut OpenAI schalten Sie die Creative enhancements im Ads Manager unter „Manage settings“ ab, vor dem 29.10. oder jederzeit danach. Das geht auf Konto- und auf Kampagnenebene. Die Einstellung der Kampagne geht der des Kontos vor. Wer schon vorher abgeschaltet hat, behält diese Einstellung.
Was muss Ihre Landingpage können?
Laut OpenAI muss der Crawler OAI-AdsBot Ihre Zielseite abrufen dürfen; OAI-SearchBot empfiehlt OpenAI zusätzlich (OpenAI-Hilfe: Web Crawlers für Werbetreibende). Prüfen Sie deshalb die robots.txt und auch Firewall, CDN, Bot-Schutz und CAPTCHA, denn diese können den Crawler ebenfalls aussperren. Für die Crawler von Meta gilt: neue Meta-AGB lesen und robots.txt prüfen.
Die Zielseite muss außerdem halten, was die Anzeige verspricht. Gerade wenn Texte automatisch umgeschrieben werden, helfen klare, aktuelle Zielseiten, die konvertieren.
Lohnt sich Werbung in ChatGPT für KMU?
Das lässt sich heute nach unserer Einschätzung nicht allgemein sagen. Der Kanal ist neu, und belastbare Erfahrungswerte gibt es noch kaum. Einige Punkte helfen bei der Abwägung:
- Erklärungsbedürftige Angebote: Wer in ChatGPT eine Frage stellt, sucht oft Rat. Angebote, die Erklärung brauchen, passen nach unserer Einschätzung eher als Schnäppchen.
- Automatisch umgeschriebene Aussagen: Mit eingeschalteten Creative enhancements können Formulierungen entstehen, die Sie nicht geprüft haben. Preise, Fristen und Zusagen gehören deshalb aktuell auf die Landingpage, nicht nur in die Anzeige.
- Messung: Ohne erfasste Conversions bleibt offen, ob der Kanal etwas bringt.
- Aufwand: Ein neuer Kanal braucht Zeit für Einrichtung, Kontrolle und Auswertung. Diese Zeit fehlt woanders, etwa bei Kampagnen, die schon laufen.
Nach unserer Einschätzung ist Werbung in ChatGPT für die meisten KMU heute ein Test, kein Ersatz für bestehende Kanäle. Wer Google Ads oder Meta-Anzeigen schon sauber misst, hat einen Vergleichsmaßstab und kann nach dem Test entscheiden, ob sich mehr Budget lohnt. Wer noch gar nicht misst, sollte nach unserer Einschätzung zuerst dort ansetzen.
Laut OpenAI wird je nach Kampagnenziel pro 1.000 Impressionen (CPM) oder pro gültigem Klick (CPC) abgerechnet (OpenAI-Hilfe: Create Campaigns); auch bei Kampagnen mit dem Ziel Conversions zahlen Sie nicht pro Conversion (OpenAI-Hilfe: Billing & Payment). Das Mindest-Tagesbudget hängt laut OpenAI von der Abrechnungswährung ab: bei Abrechnung in Euro 15 € pro Tag, in US-Dollar 25 US-Dollar (OpenAI-Hilfe: Create Campaigns). Anzeigen können laut OpenAI bei Nutzern der Tarife Free und Go erscheinen, nicht bei Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu (OpenAI-Hilfe: Ads in ChatGPT). Personalisierte Anzeigen sind laut OpenAI im EWR und in der Schweiz vorerst nicht verfügbar (OpenAI-Hilfe: Ads in ChatGPT).
Checkliste für den ersten Test
Ein Test mit Werbung in ChatGPT ist nach unserer Einschätzung dann aussagekräftig, wenn Sie vorher festlegen, woran Sie Erfolg messen, und während der Laufzeit wenig verändern. Ändern Sie Budget, Zielseite und Anzeigentexte gleichzeitig, wissen Sie am Ende nicht, was gewirkt hat. Das gilt besonders, wenn die Creative enhancements eingeschaltet sind, denn dann ändern sich die Texte ohnehin laufend. Notieren Sie deshalb zu Beginn, welche Einstellung Sie gewählt haben, und prüfen Sie regelmäßig, auf welche Zielseiten die Klicks führen.
- Ziel festlegen und Conversions sauber erfassen.
- Budgetgrenze für den Test setzen.
- Creative enhancements bewusst ein- oder ausschalten, vor dem 29.10.
- Preise, Fristen und Zusagen auf der Landingpage aktuell halten.
- OAI-AdsBot in robots.txt, CDN und Bot-Schutz zulassen.
- Laufzeit festlegen, bevor Sie Ergebnisse bewerten.
- Ergebnisse mit Ihren bestehenden Kanälen vergleichen.
- Eigene Werbeaussagen auch in umgeschriebenen Varianten prüfen.
Neuer Kanal, bestehende Werbung
Die Draco eG betreut Google Ads sowie Social Media inklusive Werbeanzeigen. Ob ein neuer Kanal wie ChatGPT zu Ihrer übrigen Werbung und Ihren Zielseiten passt, können Sie im Erstgespräch ansprechen.
Häufige Fragen
-
Kann ich als Unternehmen in Deutschland Werbung in ChatGPT schalten?
Ja. Laut OpenAI ist der Ads Manager für Deutschland verfügbar. Maßgeblich ist der Sitz der werbenden und abgerechneten juristischen Einheit.
-
Was sind Creative enhancements bei ChatGPT-Anzeigen?
Automatische Anpassungen durch OpenAI: Überschriften und Beschreibungen werden umgeschrieben, Texte übersetzt, Bildgrößen und Ziel-URLs angepasst. Eine Vorschau jeder Variante gibt es laut OpenAI nicht.
-
Wie schalte ich die automatische Anzeigen-Umschreibung ab?
Im Ads Manager unter „Manage settings“, auf Konto- oder Kampagnenebene. Laut OpenAI geht das vor dem 29.10.2026 oder jederzeit danach, und bestehende Opt-outs bleiben erhalten.
-
Beeinflussen Anzeigen die Antworten von ChatGPT?
Laut OpenAI nicht. Die Anzeigen sind gekennzeichnet und getrennt von der Antwort.
-
Was kostet Werbung in ChatGPT?
Das hängt von Ihrem Budget und den Einstellungen im Ads Manager ab. Laut OpenAI wird pro 1.000 Impressionen oder pro gültigem Klick abgerechnet, nicht pro Conversion. Das Mindest-Tagesbudget hängt von Markt und Währung ab. Planen Sie für einen ersten Test eine feste Budgetgrenze ein.
Ihr nächster Schritt
Sie überlegen, einen neuen Werbekanal zu testen? Wie wir Online-Marketing und Werbeanzeigen betreuen, lesen Sie bei Online-Marketing für Unternehmen.